Die Klimaänderungen verursachen unter anderem längere und intensive Hitzeperioden. Laut dem Deutschen Wetterdienst DWD war der Sommer 2024 im Durchschnitt zu warm. Die Sommerzeit begann erst mit kühler Witterung, die dann im August 2024 zu ungewöhnlich hohen Temperaturen wechselte. Die Höchsttemperatur erreichte 36,5 Grad Celsius und wurde in Bad Neuahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz am 13. August 2024 gemessen. Die intensivste Sommerhitze gab es in Süden und Osten Deutschlands. Aber nicht nur die Temperaturen erreichten hohe Werte, auch die Sonnenscheindauer lag im Jahr 2024 rund 15 Prozent über den durchschnittlichen Werten der vergangenen Jahrzehnte und erreichte 712 Stunden. Damit stieg auch die Sonnenexposition.
Was auf den ersten Blick ein Grund für positive Sommergefühle und Urlaubsstimmung sein könnte, hat leider auch Schattenseiten. Das zeigt unter anderem der DAK-Hitzereport 2024. Demnach klagte jeder Vierte in Deutschland über Abgeschlagenheit, Kreislaufproblemen oder Schlafstörungen in Zusammenhang mit Hitze. Bei Menschen über 60 Jahren waren die negativen Auswirkungen der Hitze noch häufiger.
Doch wie wirken sich Hitzewellen auf Lebensqualität und Gesundheitszustand von Menschen mit Allergien, Asthma, Neurodermitis aus? Dieser Frage sind wir im Rahmen einer Umfrage nachgegangen, die im Frühherbst 2024 im Rahmen des Projektes MELIUS durchgeführt wurde.
Von den 60 Teilnehmern dieser Blitz-Umfrage litten 57 Prozent unter Asthma bronchiale, 66 Prozent unter Pollenallergien, 43 Prozent unter Neurodermitis (Mehrfachnennungen waren möglich). Weitere allergische Erkrankungen waren Hausstaubmilben- (45%), Tierhaar- (38%) und Schimmelpilzallergie (23%) sowie Urtikaria (7%).
Die meisten Befragten fühlten sich in ihrer Leistungsfähigkeit und Lebensqualität beeinträchtigt, dabei bewertete ein Drittel die Auswirkungen hoher Tagestemperaturen als stark (30%) und 39 Prozent als mittelstark. Aber auch die sogenannten tropischen Nächte wurde als starke (41%) und mittelschwere (28%) Beeinträchtigung wahrgenommen.
Bei der Frage nach konkreten Beschwerden (Mehrfachnennung war möglich) wurde an erster Stelle die schlechte Schlafqualität (80%), Müdigkeit tagsüber (74%) sowie wahrnehmbare geringere Leistungsfähigkeit (69%) genannt. Rund 48% der befragten Chroniker berichteten zudem über Konzentrationsprobleme.
Fast 80 Prozent der Teilnehmenden haben deutliche Effekte der Hitze auf ihren Gesundheitszustand wahrgenommen. 48 Prozent berichteten über verstärkte allergische Reaktionen bei Heuschnupfen und rund 30 Prozent über verstärkte asthmatische Beschwerden als Folge der Hitzetage. 28 Prozent beklagten verstärkten Juckreiz und 26 Prozent das Auftreten von Neurodermitis-Schüben, die durch die Hitze ausgelöst bzw. verstärkt wurden. Rund 24 Prozent der Teilnehmenden litten unter gereizten Atemwegen. Weitere Auswirkungen der Hitze waren trockene Haut und Hautentzündungen (jeweils 22%) sowie allergische Hautreaktionen, die sich durch Hitze verschlimmerten (22%). Rund 24 Prozent der Umfrageteilnehmenden haben die Einnahme der Medikamente in der Hitzeperiode anpassen müssen.
Als besonders beeinträchtigend empfundenes „Wetterklima“ nannten 78 Prozent der Befragten hohe Luftfeuchtigkeit bzw. feuchte Hitze, für 28 Prozent war auch Gewitter und für 26 Prozent Windstille stark belastend.