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DAAB - Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
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Projekt MELIUS

Verbesserung der Versorgungssituation für Allergiker*innen bei geänderten Umweltbedingungen im Rahmen des Klimawandels

Im Fokus des Forschungsprojektes MELIUS stehen Aufklärung und Information von Menschen mit Allergien, Asthma und Neurodermitis zum Thema Auswirkungen des Klimawandels auf Allergien sowie die Entwicklung von konkreten Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgungssituation der Allergiebetroffenen. Darauf sind die Forschungsarbeiten der Konsortialpartner fokussiert.

Hitze & Allergien

Umfrage zu Hitzeperioden 2024

Die Klimaänderungen verursachen unter anderem längere und intensive Hitzeperioden. Laut dem Deutschen Wetterdienst DWD war der Sommer 2024 im Durchschnitt zu warm. Die Sommerzeit begann erst mit kühler Witterung, die dann im August 2024 zu ungewöhnlich hohen Temperaturen wechselte. Die Höchsttemperatur erreichte 36,5 Grad Celsius und wurde in Bad Neuahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz am 13. August 2024 gemessen. Die intensivste Sommerhitze gab es in Süden und Osten Deutschlands. Aber nicht nur die Temperaturen erreichten hohe Werte, auch die Sonnenscheindauer lag im Jahr 2024 rund 15 Prozent über den durchschnittlichen Werten der vergangenen Jahrzehnte und erreichte 712 Stunden. Damit stieg auch die Sonnenexposition.

Was auf den ersten Blick ein Grund für positive Sommergefühle und Urlaubsstimmung sein könnte, hat leider auch Schattenseiten. Das zeigt unter anderem der DAK-Hitzereport 2024. Demnach klagte jeder Vierte in Deutschland über Abgeschlagenheit, Kreislaufproblemen oder Schlafstörungen in Zusammenhang mit Hitze. Bei Menschen über 60 Jahren waren die negativen Auswirkungen der Hitze noch häufiger.

Doch wie wirken sich Hitzewellen auf Lebensqualität und Gesundheitszustand von Menschen mit Allergien, Asthma, Neurodermitis aus? Dieser Frage sind wir im Rahmen einer Umfrage nachgegangen, die im Frühherbst 2024 im Rahmen des Projektes MELIUS durchgeführt wurde.

Von den 60 Teilnehmern dieser Blitz-Umfrage litten 57 Prozent unter Asthma bronchiale, 66 Prozent unter Pollenallergien, 43 Prozent unter Neurodermitis (Mehrfachnennungen waren möglich). Weitere allergische Erkrankungen waren Hausstaubmilben- (45%), Tierhaar- (38%) und Schimmelpilzallergie (23%) sowie Urtikaria (7%).

Die meisten Befragten fühlten sich in ihrer Leistungsfähigkeit und Lebensqualität beeinträchtigt, dabei bewertete ein Drittel die Auswirkungen hoher Tagestemperaturen als stark (30%) und 39 Prozent als mittelstark. Aber auch die sogenannten tropischen Nächte wurde als starke (41%) und mittelschwere (28%) Beeinträchtigung wahrgenommen.

Bei der Frage nach konkreten Beschwerden (Mehrfachnennung war möglich) wurde an erster Stelle die schlechte Schlafqualität (80%), Müdigkeit tagsüber (74%) sowie wahrnehmbare geringere Leistungsfähigkeit (69%) genannt. Rund 48% der befragten Chroniker berichteten zudem über Konzentrationsprobleme.

Fast 80 Prozent der Teilnehmenden haben deutliche Effekte der Hitze auf ihren Gesundheitszustand wahrgenommen. 48 Prozent berichteten über verstärkte allergische Reaktionen bei Heuschnupfen und rund 30 Prozent über verstärkte asthmatische Beschwerden als Folge der Hitzetage. 28 Prozent beklagten verstärkten Juckreiz und 26 Prozent das Auftreten von Neurodermitis-Schüben, die durch die Hitze ausgelöst bzw. verstärkt wurden. Rund 24 Prozent der Teilnehmenden litten unter gereizten Atemwegen. Weitere Auswirkungen der Hitze waren trockene Haut und Hautentzündungen (jeweils 22%) sowie allergische Hautreaktionen, die sich durch Hitze verschlimmerten (22%). Rund 24 Prozent der Umfrageteilnehmenden haben die Einnahme der Medikamente in der Hitzeperiode anpassen müssen.

Als besonders beeinträchtigend empfundenes „Wetterklima“ nannten 78 Prozent der Befragten hohe Luftfeuchtigkeit bzw. feuchte Hitze, für 28 Prozent war auch Gewitter und für 26 Prozent Windstille stark belastend.

Medikamente und Hitze

Viele Medikamente können durch hohe Temperaturen ihre Wirksamkeit teilweise oder ganz verlieren. Im Beipackzettel gibt es meist eine Angabe für die empfohlene Lagerungstemperatur, die unbedingt beachtet werden sollten – auch auf Reisen.

Wichtig ist auch, dass bestimmte Nebenwirkungen der Arzneimittel in Zusammenhang mit Hitze besonders gesundheitsgefährdend sein können. Dazu gehören beispielsweise reduziertes Schwitzen, reduziertes Durstgefühl oder verminderte Aufmerksamkeit. Für Personen, die auf regelmäßige Medikation angewiesen sind bzw. in Akutfällen bestimmte Medikamente einnehmen, ist es wichtig, vor dem Sommer und in Hitzeperioden mit dem behandelnden Arzt/Ärztin die Medikamentenpläne zu überprüfen und eine angepasste Dosierung sowie nötige begleitende Maßnahmen zu besprechen. Zu Aspekten der Risikominimierung gehören u.a. Anpassung der Medikamentendosis, das Führen von Trinkprotokollen und die Überwachung der Elektrolytzufuhr.

Was tun bei Hitze?

Generell ist es wichtig, mit vorsorgenden Maßnahmen die Hitzebelastung zu reduzieren. Dazu gehört der Aufenthalt in angenehm kühlen Räumen, das Lüften der Räume in der Nacht oder am frühen Morgen (sofern keine tropischen Nächte auftreten) und das Verschieben von Aktivitäten wie Einkaufen, Sport, Gartenarbeit in kühlere Tageszeiten. Mit Trinkplänen (oder Apps) sollte die ausreichende Wasserzufuhr gesichert werden. Beim Aufenthalt im Freien ist ein angemessener Sonnenschutz wichtig: lockere Bekleidung, Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Anwendung von Sonnenschutzprodukten mit hohem Lichtschutzfaktor.  Bei extremer Hitze bzw. nach langer Sonnenexposition kann eine Reihe von Gesundheitsbeschwerden auftreten, die ein umgehendes Handeln erfordern. Dazu gehören leichte Kopfschmerzen, Sonnenbrand aber auch schwerwiegende Symptome wie Hitzekrampf, Sonnenstich bis hin zu einem lebensbedrohlichen Hitzeschlag. Als erste Sofortmaßnahme gilt es in einen kühlen Raum bzw. in den Schatten zu wechseln und elektrolythaltige Getränke wie Mineralwasser oder Saftschorlen zu trinken. Um den Körper abzukühlen, sind feuchte Umschläge (bzw. cool packs) geeignet, die auf den Nacken und auf die Leisten gelegt werden. Bei Hitzeerschöpfung und insbesondere bei Hitzeschlag sollte ein Arzt oder ein Rettungsdienst alarmiert werden.

Das Internetinformationsangebot und die Durchführung der Blitzumfragen konnten durch die Förderung im Rahmen des MELIUS-Projektes realisiert werden.

MELIUS – Projekt zur Verbesserung der Versorgungssituation für Allergiker*innen bei geänderten UMwELtbedingUngen im Rahmen des KlimawandelS“

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