Gewürze wie Zimt, Kurkuma und Ingwer verfeinern nicht nur unser Essen, sie gelten auch als gesundheitsfördernd. Viele Menschen schätzen ihre Wirkung auf Immunsystem, Verdauung oder Wohlbefinden. In kleinen Mengen, wie sie beim Kochen üblich sind, sind diese Gewürze in der Regel unbedenklich.
Doch wer sie in hoher Dosierung, etwa in Form von Kapseln, Pulvern oder hochkonzentrierten Extrakten, einnimmt, sollte vorsichtig sein. Denn: Sie können Wechselwirkungen mit Medikamenten haben – mit teils ernsten Folgen.
Zimt: Gesund, aber nicht grenzenlos
Zimt wird aus der Rinde des Zimtbaums gewonnen und enthält Inhaltsstoffe wie Zimtaldehyd und Cumarin. Studien bescheinigen ihm positive Effekte auf Blutzucker und Entzündungsprozesse.
Doch Vorsicht:
- Cassia-Zimt enthält viel Cumarin, das in hohen Mengen die Leber schädigen kann.
- Cumarin erhöht das Blutungsrisiko bei gleichzeitiger Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten.
- Zimt kann den Abbau bestimmter Arzneimittel beschleunigen – diese wirken dann möglicherweise schwächer.
Nebenwirkungen, die beschrieben wurden: Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Hautreaktionen.
Kurkuma: Goldene Wurzel mit Einschränkungen
Kurkuma, bekannt als Bestandteil von Currypulver, enthält Curcumin – ein Stoff mit entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften.
Doch:
- Die Bioverfügbarkeit von Curcumin ist gering. Deshalb wird es in Präparaten oft mit Pfeffer oder Fett kombiniert.
- In hoher Dosis kann Kurkuma Leberenzyme beeinflussen und die Wirkung von Medikamenten verändern – darunter Blutdrucksenker, Antidepressiva, Antidiabetika oder Chemotherapeutika.
- Kurkuma wirkt leicht blutverdünnend – problematisch bei Antikoagulanzien.
Nicht empfohlen bei Gallensteinen, Blutgerinnungsstörungen, in Schwangerschaft und Stillzeit.
Ingwer: Beliebt, aber nicht immer harmlos
Ingwer ist ein bewährtes Hausmittel gegen Übelkeit – sogar während einer Chemotherapie oder Schwangerschaft. Außerdem gibt es Hinweise auf positive Effekte auf Blutzucker und Cholesterin.
Aber auch hier gilt:
- In hoher Dosierung kann Ingwer die Blutgerinnung hemmen und das Risiko für Blutungen erhöhen, vor allem in Kombination mit Blutverdünnern.
- Bei empfindlichen Personen sind Magenreizungen, Blähungen oder Sodbrennen möglich.
Wann ist Vorsicht geboten?
✔ Wenn Sie Blutverdünner, Antidiabetika, Chemotherapeutika oder Blutdruckmedikamente einnehmen
✔ Bei Erkrankungen der Leber oder Gallenblase
✔ Während Schwangerschaft und Stillzeit
Fazit: Kleine Dosis – großes Plus, hohe Dosis – ärztlicher Rat
Beim normalen Würzen müssen Sie sich keine Sorgen machen. Kritisch wird es erst, wenn Gewürze als hochkonzentrierte Präparate genutzt werden. „Natürlich“ heißt nicht automatisch „ungefährlich“.
Unser Tipp:
- Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie Gewürzpräparate einnehmen.
- Informieren Sie sich über mögliche Wechselwirkungen – wir helfen Ihnen gern dabei.
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