Wenn Du oder ein Angehöriger an Neurodermitis leidest, kennst Du das sicher: Trockene Haut, Juckreiz, Rötungen, gelegentlich nässende Stellen – und die Frage: Was kann ich konkret tun, damit sich mein Hautzustand verbessert? Eine der zentralen Maßnahmen dabei ist eine durchdachte und konsequente Hautpflege. Doch „einfach eincremen“ reicht nicht – wie wir im Folgenden erläutern.
Warum ist die Basistherapie so wichtig bei Neurodermitis?
Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere gestört: Die Haut trocknet schneller aus, Feuchtigkeit kann schlechter gehalten werden, Reizstoffe und Allergieauslöser dringen leichter ein. Deshalb ist eine gute Pflege nicht Luxus – sondern Basistherapie. Hautpflege ist keine Option, sondern essenzieller Bestandteil der Behandlung.
Erste Tipps für die richtige Hautpflege
- Reinigung mit milden, seifenfreien Produkten („Syndets“).
- Baden: Empfehlenswert sind zwei Ölbäder pro Woche. Handwarmes Wasser, nicht zu heiß, damit kein zusätzlicher Juckreiz entsteht. Nach dem Baden nur vorsichtig abtupfen und unmittelbar danach eincremen.
- Eincremen (Cremen): die Regel „feucht auf feucht, fett auf trocken“. Bei feuchten, offenen Stellen eignen sich flüssigere Produkte oder Umschläge; je trockener die Haut, desto höher der Fettanteil in der Pflege. Der gesamte Körper sollte idealerweise zweimal täglich eingecremt werden, einzelne Stellen bei Bedarf öfter.
- Hautzustand beachten: Nicht jede Körperstelle braucht dasselbe Produkt – je nach Zustand kann eine differenzierte Pflege sinnvoll sein.
- Händehygiene: Vor dem Cremen sollten die Hände gewaschen werden – denn die Haut kann Entzündungen durch Bakterien oder Viren schlechter abwehren. Auch kurz geschnittene Fingernägel sind ratsam.
- Produktempfehlung: Pflegeprodukte mit dem DAAB Logo sind ohne allergieauslösende Duft, Farb- und Konservierungsstoffe. Es gibt jedoch auch gute Produkte ohne unser Logo.
Worauf sollte bei der Produktwahl geachtet werden?
1. Fett vs. Feuchtigkeitsanteil: Trockene Haut braucht mehr Fettanteil, stellenweise nässende Hautstellen weniger Fett, mehr Feuchtigkeit.
2. Verzicht auf potenzielle reizende Inhaltsstoffe/Kontaktallergieauslöser, Duftstoffe, Farbstoffe, bestimmte Konservierungsmittel können die Haut zusätzlich belasten.
Tipps für die Praxis – Alltagstauglich
- Baden oder Duschen: nicht heiß und nicht zu lange
- Direkt nach dem Baden/Duschen: Haut sanft abtupfen, noch leicht feucht cremen („feucht auf feucht“).
- Zwei Mal täglich eincremen – auch wenn gerade keine akuten Beschwerden da sind; das stützt die Hautbarriere.
- Pflegeprodukte mit dem DAAB Logo nutzen – diese sind bewusst auf allergiefreundliche Zusammensetzung geprüft.
- Hände sauber halten – sowohl vor dem Eincremen als auch im Alltag, um Hautinfektionen zu vermeiden.
- Hautpflege sollte Teil der täglichen Routine werden – nicht als zusätzliche Belastung, sondern als gewohnter Schritt.
Wer konsequent pflegt, kann sowohl das Erscheinungsbild als auch das Wohlbefinden der Haut langfristig verbessern.
Wir empfehlen:
- Regelmäßig pflegen, nicht erst bei akutem Schub.
- Hautpflege als festen Bestandteil des Alltags sehen.
- Bei Unsicherheiten oder Fragen mit Fachärzt:innen und dem DAAB Beratungsteam in Kontakt treten.
Weiterführende Links:
- Infomaterialien und Ratgeber auf unserer Website https://www.daab.de/hautwelt/neurodermitis/neurodermitis-behandlung/hautpflege
- Mitgliedschaft im DAAB – profitieren Sie von Beratung, Service und einem starken Netzwerk https://www.daab.de/mitglied-werden
- DAAB-Hotline für Ratsuchende Mo. – Mi.: 9.00 - 12.00 Uhr nter 02166 / 647 88 88, E-Mail info[at]daab[dot]de

