Eine aktuelle Studie aus dem Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL) wirft neues Licht auf einen bislang kaum beachteten Aspekt der COPD-Forschung: Fettansammlungen in der tiefen Rückenmuskulatur könnten mit einem erhöhten Risiko für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) zusammenhängen. Die Ergebnisse bieten neue Perspektiven für Diagnose, Prävention und Therapie.
Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) zählt zu den häufigsten Atemwegserkrankungen weltweit. Sie ist gekennzeichnet durch eine fortschreitende Verengung der Atemwege und eine zunehmende Einschränkung der Lungenfunktion. Bekannte Risikofaktoren sind vor allem Rauchen, Luftschadstoffe und genetische Veranlagung. Eine neue Studie zeigt nun: Auch die Zusammensetzung der Muskulatur – insbesondere der Rückenmuskulatur – kann Hinweise auf das COPD-Risiko liefern.
Im Rahmen der KORA-Kohortenstudie wurden 214 Teilnehmende mittels Ganzkörper-MRT untersucht. Dabei analysierte das Forschungsteam die Fettverteilung in den tiefen Rückenmuskeln – und stellte fest: Personen mit COPD wiesen deutlich mehr Fett in dieser Muskelregion auf als gesunde Vergleichspersonen. Besonders spannend: Nicht nur die Menge, sondern auch die Verteilung des Fetts (innerhalb oder außerhalb der Muskelzellen) beeinflusste das COPD-Risiko.
Ein höherer Fettanteil innerhalb der Muskelzellen war mit einem geringeren Risiko für COPD verbunden, während Fett zwischen den Muskelzellen eher negativ wirkte. Auch die Fähigkeit der Lunge, Sauerstoff aufzunehmen, stand in direktem Zusammenhang mit dem Fettmuster in der Muskulatur.
Was bedeutet das für Betroffene?
Die Studie macht deutlich, wie eng Lungen- und Muskelgesundheit miteinander verbunden sind. Für Menschen mit COPD oder erhöhtem Risiko bedeutet das: Regelmäßige Bewegung und gezieltes Muskeltraining können mehr bewirken als bisher angenommen. Sie unterstützen nicht nur die allgemeine Fitness, sondern könnten auch gezielt dazu beitragen, den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.
DAAB-Empfehlung:
Als Deutscher Allergie- und Asthmabund e. V. – DAAB setzen wir uns für eine umfassende Aufklärung über COPD und deren Risikofaktoren ein. Hierzu haben wir aktuell ein Projekt initiiert »Gut Leben mit COPD«. Gemeinsam mit unseren medizinischen und physiotherapeutischen Expert*innen entwickeln wir Informationsmaterialien und Beratungs- und Bewegungsangebote, die Betroffenen dabei helfen, ihre Lebensqualität zu erhalten oder zu verbessern. Informieren Sie sich unter www.daab.de über die aktuellen Angebote.
Fazit:
COPD ist mehr als eine reine Lungenerkrankung. Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen, wie wichtig ganzheitliche Ansätze in der Prävention und Behandlung sind – und welche Rolle die Muskulatur dabei spielt. Ein aktiver Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung kann also weit mehr als nur die Fitness stärken: Er kann Leben verbessern.
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